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Medien

Mittwoch, 6. Mai 2009

Zur Zukunft der Tageszeitungen

Der PR-Profi und "Online-Guru" Marcel Bernet schreibt über eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Tageszeitungen:
Bezahlte Tageszeitungen: Das Undenkbare denken?

Hier mein Kommentar dazu:

Sie schreiben, Ihre Kinder und zahlreiche Kollegen lesen News gratis online. Ja, dem ist heute so und es wird wohl auch so bleiben.

Über News die von den Nachrichtenagenturen gesammelt, verifiziert, aufbereitet und weiterverbreitet werden, kann (konnte noch nie) sich ein Medium nicht abheben .

Der Leser/die Leserin kann sich dank der News über das aktuelle Geschehen informieren, aber die Hintergründe, Zusammenhänge und Auswirkungen bleiben unerklärt.

Genau hier müssen die Printmedien ansetzen. Die Zeitungen müssen erklären und kommentieren.

Mit einem Mix aus News-Übersichten, Hintergrundberichten, grafischen Erklärungen, Kommentaren und einer breiten und tiefen Regionalberichterstattung werden meines Erachtens die Tageszeitungen auch in 10 Jahren noch existieren.

Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass die Hintergründe/Grafiken und auch die ausführlichen Regionalmeldungen ausschliesslich im Print zu finden sind. Online muss auf Top-News und Service (Events, Kleinanzeigen etc.) beschränkt sein - ausser die anderen Inhalte sind kostenpflichtig.

Wenn sich die Medien etwas weniger auf’s “von den anderen abheben” und dafür mehr auf die Bedürfnisse der Leser/innen konzentrieren, dann kann auch das alte und bestens bewährte Modell der Nachrichtenagenturen zu ihrem Überleben beitragen.

Denn der genossenschaftliche Gedanke, dass einer etwas für alle macht, kann durchaus von der reinen Newsversorgung ausgeweitet werden. Möglichkeiten gibt es viele - für alle Medienarten.



Tags: #Zeitungen #Printmedien #Medienkrise #News #Online

Mittwoch, 8. April 2009

Agenturmeldungen als Freiwild

Die Meinung, im Internet sei alles gratis und könne nach Belieben kopiert, runtergeladen und weiterverwendet werden, ist weit verbreitet. Nur, ist dem tatsächlich so?

In letzter Zeit machte insbesondere ein Fall aus Deutschland Schlagzeilen. Die WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) kündigte den Dienst der dpa und der WAZ-Chefredaktor gab in einer NDR-Sendung unumwunden zu, dass sie bei Internetrecherchen auch dpa-Meldungen "finden" und umschreiben. Zitat: "Und so, wie wir Informationen von "dpa" benutzen oder weiter daran arbeiten, so machen wir es aber auch mit anderen Informationsquellen, ohne für diese zu bezahlen."

Die WAZ ist leider kein Einzelfall. In der Schweiz gibt es auch Medien, die den SDA-Dienst gekündigt haben und sich nun im Internet und mittels RSS-Feeds SDA-Meldungen beschaffen.

Wenn sich Medien Agenturmeldungen im Internet beschaffen für die andere Medien bezahlen, dann ist das nicht nur unsolidarisch, sondern es handelt sich um unlauteren Wettbewerb. Denn die bezahlenden Medien müssen ihr Produkt teurer verkaufen und sind damit im Nachteil.

Greift die Gratis-Mentalität des Internet noch mehr um sich, wird es bald keine unabhängigen Nachrichtenagenturen mehr geben, die Informationen sammeln, verifizieren, gewichten, aufbereiten und weiterverteilen. Medien die den Agenturdienst kündigen und dennoch verwenden, verletzen in grober Art und Weise den genossenschaftlichen Gedanken, der einst zur Gründung der Nachrichtenagenturen führte. Besonders störend ist, dass selbst Aktionäre der SDA die Agentur schädigen. Ein sehr kurzfristiges Denken, denn letztlich schaden diese Medien ja der "eigenen" Gesellschaft.

Verschiedene Nachrichtenagenturen gehen nun gegen diese Trittbrettfahrer vor. Sei es, indem die Meldungen mit technischen Hilfsmitteln besser verfolgt werden, sei es indem sie ihre Rechte auch gerichtlich einfordern.

Auch die SDA schaut diesem Treiben nicht mehr länger zu. Sie lässt ihre Interessen juristisch vertreten, hat die betreffenden Medien abgemahnt und wird auch vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung nicht zurückschrecken.



Tags: #Medien, #Content, #Copyright, #Diebstahl, #Nachrichtenagenturen

Dienstag, 10. März 2009

Bezahlte Printmedien kämpfen ums Überleben

Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument äusserte sich dahingehend in einem Interview. Siehe dazu auch die Meldung von persoenlich.com

Wo liegen die Probleme der Bezahl-Zeitungen?

Meines Erachtens liegen sie unter anderem im veränderten Informationsverhalten.

Viele Leute sehen nicht ein, warum sie eine Zeitung abonnieren sollen, in der steht, was sie am Vortag bereits im Internet gelesen oder im Radio gehört haben.

Für die Lektüre von Hintergründen fehlt vielen Leuten zudem die Zeit (respektive sie setzen ihre Prioritäten in der Freizeit anders).

Bei jüngeren Leuten ist es nicht "trendy" Zeitung zu lesen. Da haben die Verlage es leider versäumt, sich ein entsprechendes Image zu geben.
Zu spät ist es noch nicht. Aber es ist höchste Zeit, sich etwas einfallen zu lassen!

Tja und dann ist da noch der Fehler, dass man lange Zeit der Meinung war, im Internet müsse alles gratis sein und dass man das dann sogar noch in den Printbereich ausdehnte (Gratiszeitungen).

Hier wieder den Schritt zurück (sprich zu bezahltem Content) zu machen, ist ausserordentlich schwer. Meines Erachtens aber unumgänglich.
Wer für einen Song CHF 1.50 bezahlt wird für eine Information die ihn/sie interessiert auch CHF 0.20 bezahlen. Und Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.


Tags: #Printmedien, #Medienkrise, #Paid Content, #Online

Dienstag, 3. März 2009

Tamedia/Edipresse - was folgt als Nächstes?

Nach der Fusion von Tamedia und Edipresse stehen die anderen Verlage unter Zugzwang.

Wollen die anderen Verlage nicht von einem "Ausländer" übernommen werden, müssen sie sich nun wohl rasch an einen Tisch setzen.

Wie wäre es z.B. mit einer "NMBAZZ" (Neue Mittelland-Basel-Zürich Zeitung)? Vielleicht noch auf die Südostschweiz ausgedehnt?

Oder könnte Ringier als bisherige Nr. 1 Lust auf Übernahmen kriegen?

Wie auch immer und wer auch mit wem, die Konzentration bei Verlagen und Medien ist noch lange nicht zu Ende.

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